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14 Tage Isolation - eine Zwischenbilanz

Erich Kapfenberger (erich) on 29.03.2020

Nun haben wir 2 Wochen Notbetrieb hinter uns. Es ist Zeit, ein kleine persönliche Zwischenbilanz zu ziehen. Ich betone ausdrücklich "persönlich", denn viele erlebten diese Zeit sicher ganz anders als ich.

Ich gehöre nicht zu jenen, die gekündigt wurden oder sonst irgendwie ihren Job derzeit nicht ausüben. Meine Vorzeichen sind insofern günstig, als ich breits seit ca. 15 Jahren "Homeoffice" mache. Normalerweise umfasst  das 50% meiner Arbeitszeit, nun aber sind es 100%. Für mich ist dieser Notbetrieb also keine große Herausforderung. Glücklicherweise arbeite ich in ein einem Betrieb, der nahezu alle Geschäftsprozesse digitalisiert hat. So kann das Business weiterlaufen, auch wenn praktisch alle von zuhause arbeiten. Einzig die Netzwerkinfrastruktur mußte etwas aufgestockt werden, um den nun höheren Anforderungen zu genügen.  Alles in allem läuft es aber unter Berücksichtigung der Ausnahmesituation aber weiter wie bisher.  Ich bin beinahe versucht, zu sagen, dass ich die Arbeitssituation genieße, da ich nun gar nicht nach Wien pendeln muss.

Verändert hat sich natürlich der Alltag zuhause. Das regelmäßige Treffen mit Freunden fällt nun flach. Teilweise kann man das mit Telefonieren kompensieren, aber der gesellige Aspekt fehlt hier schon.  Als kleine Alternative hab ich Skype-Meetings mit der Freundesgruppe ins Leben gerufen. Das klappt zwar so recht und schlecht, da auch die öffentlichen Netzte offensichtlich gut ausgelastet sind und einige Sportsfreunde auch mit der Technik selbst nicht so vertraut sind.  Übung macht den Kommunikationsmeister. 

In den eignen vier Wänden ist es zwar gemütlich, aber gerade jetzt im Frühling ist der Drang an die frische Luft schon ein ganz beträchtlicher.  Regelmäßiges Spazierengehen ist auch sonst am Programm, aber folgt nun etwas anderen Vorzeichen.  Es geht nun vorwiegend raus auf Wiesen und in den Wald, um möglichst wenig  Sozialkontakte zu generieren.   Das Perverse daran ist nur, dass man derzeit im Wald deutlich mehr Leute trifft, als unter normalen Umständen.  Meist begegnet man Pärchen, die so viel Abstand halten, wie es ein Waldweg eben ermöglicht.  Manche grüßen freundlich, andere schauen nur argwöhnisch bis ängstlich, als hätte ich "CORONA-POSITIV!" auf die Stirn tätoviert.  

Einkaufen!  Am grundsätzlichen Rhythmus, einmal pro Woche einkaufen zu gehen hat sich nichts geändert.  Es fühlt sich aber doch gänzlich anders an, als im normalen Alltag.  Es ist zu überlegen, wie man am besten all die möglichen Kontake, die zu einer Infektion führen können, vermeidet.  Das beginnt schon beim Einkaufswagerl. Erst mal den Griff und oberen Rand mit einem Desinfektionstüchlein reinigen, dann erst geht es in den Markt hinein. In den Gängen des Markets immer den nötigen Abstand zu anderen Konsumenten zu halten, ist nicht gerade einfach.  Nebenbei fallen einem Dinge auf, die sonst bedeutungslos für mich sind. 
Ich hab zwar schon Jahre lang keine Tiefkühlpizza gekauft, aber die nun völlig leere Vitrine, in der die Dinger sonst liegen, fiel mir ins Auge.  Endlich bei der Kassa und Zahlen mit Karte, wie sonst auch strebe ich dem Ausgang entgegen. Einkauf ins Auto und Einkaufswagerl wieder zurück an seinen Platz - fertig.  Dabei immer daran denken, sich nicht ins Gesicht zu greifen.  Zuhause angekommen, führt der erste Weg zum Waschbecken. Hände waschen und desinfizieren und durchatmen. 
Dennoch bleibt die Ungewissheit, ob man es geschafft hat, sich nicht zu infizieren. Es dauert aber rund eine Woche, bis Symptome auftreten. Dann ist der nächste Einkauf fällig.

 

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