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Der Kulturkampf ums Auto

Erich Kapfenberger (erich) on 27.01.2020

ORF-TVTHEK-LINK

"Im Zentrum" lieferte wieder einmal ein ernüchterndes Bild mancher unserer Gesellschaftsvertreter.

Der Vertreter der KFZ-Branche wurde seiner Rolle zu 120% gerecht, was das Lobbying für seine Klientel betrifft.
Argumentativ in die Enge getrieben, zog er sich dann auf 0,16% Beitrag Österreichs am weltweiten CO² Ausstoß, der daher völlig egal sei, zurück.

Ein Armutszeugnis für einen Spitzenfunktionär.
Leider verleitete das Motto der Sendung dazu, relativ eng über das KfZ selbst zu diskutieren. Wäre es nicht notwendig gewesen, mehr auf das Thema Mobilität allgemein und die daraus abzuleitenden gesellschaftlichen Veränderungen einzugehen?
Hier machen es sich die FPÖ und leider auch andere Politiker etwas zu einfach, wenn sie ständig die "armen Pendler" ins Treffen führen.
Anstatt nur zu monieren, man dürfe die Pendler nicht "bestrafen" (klingt sehr ehrenhaft) sollte man über Lösungswege nachdenken.
Dazu gilt es erst mal, über die Gründe des Pendelns nachzudenken.
Nur zu sagen, dass es am Land zu wenig Arbeitsplätze gibt und man den öffentlichen Verkehr ausbauen muss, ist sehr vereinfacht und zu kurz gegriffen.
Natürlich wird es immer Pendler in gewissem Sinne brauchen, wie z.B. in der Baubranche.
Vielfach ist der Grund aber auch, dass es in den Ballungszentren die "besseren und damit besser bezahlten" Jobs gibt.
Teilweise sind sogar gleichwertige Jobs in der Stadt derart besser bezahlt, das sich das Pendeln für den Arbeitnehmer lohnt.

Gerade der anstehende technologische Umbruch ermöglicht es auch, Standorte flexibler zu wählen.
Viele Jobs müssten schon heute nicht zwangsläufig in der Stadt erledigt werden, sondern könnten im ländlichen Raum angesiedelt sein, oder überhaupt von zuhause erledigt werden.
Wenn man Telearbeit konsequent forciert, kann man viele Pendlerfahrten vermeiden. Telekonferenzen können viele Fahrten und Flüge ersetzten.
Es muss daher Ziel sein, Pendeln so weit wie möglich zu vermeiden, anstatt fragwürdige Kompensationsleistungen zu erfinden. Die Frage ist also: Wie bringen wir die Jobs zu den Leuten und nicht die Menschen zu den Jobs?

Nicht nur das Auto muss sich verändern, viel mehr muss sich unsere Gesellschaft verändern, im privaten und insbesondere im wirtschaftlichen Bereich!
Nachdem uns aber bereits die Zeit davon läuft, wird die Politik hier nicht nur auf Anreize setzten können, sondern baldigst auch entsprechenden Druck aufbauen müssen.

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