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Einzelhandel gegen Online-Riesen, der ungleiche Kampf?

Erich Kapfenberger (erich) on 21.02.2020

Gerade durch die sozialen Medien werden immer wieder Sprüche verbreitet, wie "Geh nicht fort - kauf im Ort"  oder "Wenn das letzte Geschäft geschlossen hat, wirst du merken, dass Onlineshopping doch nicht so toll ist..."  usw.    Warum ist das eigenlich so gekommen?

Bevor ich auf die einzelnen Eckpunkte und Details von Einzel- und Onlinehandel eingehe, möchte ich insbesondere auf die größten der jeweiligen Kategorien zu sprechen kommen. Viele Argumente die zwar primär gegen den Onlinehandel angeführt werden, gelten auch für die großen Einzelhandelsriesen.  Dort wie da gibt es Unternehmen, die Mitarbeiter an Rande der Legalität  beschäftigen.  Beiderseits versuchen die großen Player so steuerschonend wie nur möglich zu agieren und Geld in Steueroasen zu manövrieren. Das sind aber alles negative Entwicklungen, die den großen Strukturen, aber nicht der Art des Geschäftes geschuldet sind. 

Ich unterstützte zu 100%, gegen solche Praktiken vorzugehen.  Naheliegend wird diese Thematik gerade bei den Großen von den Medien aufgegriffen und die Politik damit vor sich hergetrieben.  Versucht nicht aber auch jeder noch so kleine Selbständige der Steuer ein Schnippchen zu schlagen. Wer wirft den ersten Stein?  Gibt es nicht auch in Kleinunternehmen Arbeitsverhältnisse die übergebührend beansprucht werden? 
Die Großen machen all das einfach in größerem und systematischerem Stil.

Diese Geschäftsgebahrungen sind es aber nicht, die den kleinen Einzelhändlern das Leben schwer machen.  Auch die Preise sind in den wenigsten Fällen ein Argument.  Im Onlinehandel wird meist zu empfohlenen Listenpreisen bzw. zum so genannten "Straßenpreis", also dem marktüblichen Preis angeboten.  Kombiangebote, Rabatte, Aktionen, Abverkäufe etc. gibt es dort wie da. 

Die Ursachen für die zunehmende Unattraktivität der kleinen Geschäfte liegen ganz wo anders.  Diese Ursachen möchte ich in zwei Gruppen einteilen. Einerseits die systembedingten Unterschiede zwischen lokalem Handel und Onlineshopping, anderer seits jene Gründe, die so zu sagen hausgemacht sind.  Die eine Gruppe kann man nicht oder kaum entkräften, an der anderen Gruppe wollen viele auch gar nichts ändern.   Zudem steht es jedem noch so kleinen Unternehmen frei, selbst einen Online-Shop zu betreiben, oder sich der vorhandenen Strukturen der großen zu bedienen.  

Die Gesetzgebung hat im Sinne von Konsumentenschutz dem Onlinehandel weitreichendere Auflagen erteilt.  Der Onlinehandel hat es aber hervorragend verstanden, aus dieser Not eine Tugend zu machen.  Alleine wenn man an die Rückabwicklung eines Einkaufes denkt, sieht man, wie der Onlinehandel eine gesetzliche Einschränkung zu einem Vorteil für sich gemacht hat.

Unter diesen Umständen stellt sich tatsächlich die Frage, welche Zukunft der alt hergebrachte Einzelhandel tatsächlich hat und ob wir ihm nachtrauern sollen. Macht es Sinn, ein Geschäftsmodell, das nicht mehr funktioniert in aller Sturheit weiter zu verfolgen? 
Selbständiger Unternehmer zu sein, bedeutet auch selbständig zu denken und etwas zu unternehmen - wie es der Begriff auch nahelegt.  Vielfach handelt es sich aber nur um ein unreflektiertes Fortführen alter Gebahrungen. 

In Summe übertreffen in vielen Bereichen die Vorteile des Online-Shoppings jene des lokalen Geschäftes. Selbst aus ökologischer Sicht muss man sich die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller ist, wenn der Postbote effizient die Pakete zustellt, anstatt dass jeder mit seinem Auto irgendwohin zu einem Laden fährt, nicht sicher, ober er überhaupt bekommt, was er will.  

Selbstverständlich wird es immer Nischenbereiche  geben, für die ein Weg ins lokale Geschäft Sinn macht.   Die anderen müssen überlegen, wie weit sie Vorteile der Onlienhändler und zwar Vorteile aus Sicht des Kunden in ihr eigenes Unternehmen integrieren können. Jammern und Betteln wird nicht helfen. Gnade und Einsicht der Konsumenten ist nicht zu erwarten.

In diesem Sinne ein weiterer Spruch, den ich unlängst vernahm: " Wer bemerkt, dass er ein totes Pferd reitet, sollte absteigen." 
Am Ende noch ein Querverweis:
 
https://kapfenberger.redet.at/pages/topics/einkaufswunderwelt---drei-episoden.php

 

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