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Krisenmanagement, eine Win-Win Situation für Kurz

Erich Kapfenberger (erich) on 12.04.2020

Wenn man den Fußball bemühen wollte, könnte man sagen: "Ein Elfmetergeschenk für den Bundeskanzler!"  Eigentlich noch etwas mehr. Das Tor wurde auf 50 Meter verbreitert und der Torman an den Pfosten gefesselt.

Es gibt also gar keine Möglichkeit, nicht zu verwandeln.

Es ist daher alternativlos, den Basti als Superhelden zu feiern. Auf den Schild heben muss man ihn nicht mehr, da stand unser Majestix  ja bereits.

Voller Stolz kann er verkünden, rechtzeitig, noch vor allen anderen, den Ernst der Lage (die Gunst der Stunde) erkannt zu haben. Dafür erntet er nicht nur national, ja sogar EU-weit, Anerkennung. Diverse Statistiken und wohl aufbereitete Grafiken untermauern diese Heldentat eindrucksvoll. 
Man ist beinahe zu Tränen gerührt, wenn er uns dafür lobt, wie diszipliniert wird alle uns den verordneten Restriktionen unterwerfen und jeden einzelnen von uns zum Lebensretter adelt. Dem nicht genug, dürfen wir nach Ostern, seiner Gnade wegen, soetwas wie Auferstehung feiern. 
Der Messias ist unter uns.

Man kann der ganzene Dramatik auch etwas nüchterner begegnen. 
In einer Krisensituation kann man nichts falsch machen, wenn man das Heft in die Hand nimmt und handelt.  Geht das Handeln  in die Hose, so kann man die widrigen Umstände dafür verantwortlich machen, wo man doch alles Kurz-mögliche versucht hat. Führt es jedoch zum Erfolg, so kann man sich um so mehr feiern lassen.  Die Ergebnisoffenheit beschränkt sich also darauf, wie hoch man gewinnt. 

Eines ist unbestritten, Kurz hat sehr schnell erkannt, welche Chancen ihm diese Krise bringt. Es könnte zur größten Win-Win Situation für ihn und seine Klientel werden.  

Dass Firmen "an die Wand gefahren werden" und die anderen auf der Strecke bleiben ist ja keine neue Praxis. Jetzt aber bietet sich eine Möglichkeit in einer ganz anderen Dimension! Man kann den ganzen Staatshaushalt an die Wand fahren. Ungestraft!
"Koste es was es wolle!"  Dieses Mantra war der Startschuss für ein FinanzKunststück, das in der Geschichte der Republik tatsächlich seines gleichen sucht. Es tat sich mit der Corona-Krise die einmalige Möglichkeit auf, die Wirtschaftstreibenden in einem Ausmaß zu "unterstützten" wie es sonst nie möglich gewesen wäre.   Nicht nur dass die Bevölkerung der Argumentation bereitwillig folgt, da die sich ja um ihre Abeitsplätze zu fürchten hat, auch die EU drückt alle verfügbaren Augen zu.  Die Wettbewerbskommission ist abgemeldet.  Die Regierung hat sogar die Chuzpe, Kreiskys zu zitieren, wonach man sich vom Nulldefizit verabschieden muss, um Arbeitsplätze zu retten. 

So macht man dutzende Milliarden der Steuerzahler locker, um diese in die Wirtschaft zu pumpen.  Das klingt auf den ersten Blick ja unheimlich toll.  Auf den zweiten Blick stellt sich allerdings heraus, dass man auf die Kleinen bei der angepriesenen Lösung vergessen hat. 

Erst nach Intervention wird bei EPU´s und vielen anderen, die durchden Rost gefallen wären nachgebessert.  

Erst nach Intervention mutet es eigenartig an, das Firmen Dividen an die Aktionäre zahlen wollen, während sie staatliche Hilfen in Anspruch nehmen wollen.

Erst nach Intervention verspricht man,  den zahlreichen Betrugsversuchen nachzugehen, wo die Kurzarbeitsregelung schwer mißbraucht zu werden scheint. 
Erst nach Intervention wird das Abgleiten in die Notstandshilfe nach dem Arbeitslosengeld für die Zeit der Krise ausgesetzt. 

Tatsächlich wird wohl nie zur Gänze nachprüfbar sein, wer aller sich in über gebührlichem Ausmaß am stattlichen ( staatlichen) Gelderegen bedient hat.

Eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes wird jedoch abgelehnt! 
Genau das zeigt, worum es dem türkisen Regierungspartner wirklich NICHT geht - nämlich um die Arbeitnehmer bzw. Corona-Arbeitslosen. 

Für Betriebe gibt es, neben direkten Unterstützungen, Kredite mit 100% staatlicher Garantie.   Das kommt einem Spielgeld für´s Casino gleich.   Wenn ich das Geld verliere, bezahlt  es der Staat, eventuelle Gewinne streife ich selber ein.  
Es stimmt also überhaupt nicht, dass sich etwas seit der Finanzkrise geändert hat.  Es bezahlen am Ende alles wir Steuerzahler.  
Sorry, etwas hat sich doch geändert. Die Dimension ist eine noch viel größerer als vor zehn Jahren.

 

 

 

 

 

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