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Kunst ist ein Lebensmittel

Erich Kapfenberger (erich) on 27.04.2020

"Kunst ist ein Lebensmittel" dieses Statement tätigte gestern abend Fr. Rabl-Stadler bei "Im Zentrum"  Rein biologisch gesehen ist das Unsinn, aber so ganz lächerlich ist es auch wieder nicht.  Ich würde es nicht mit Gemüse Brot und Fleisch gleichsetzten, aber wenn ich an die Salzburger Festpiele denke, dann fallen mir da schon Sekt, Kaviar und Pralinen ein. 

Es ging in der Diskussion klarerweise um Kultur und auch um Hotelerie und Toursimus die eng damit verbunden sind. Indirekt hängen noch weitere Wirtschaftszweige damit zusammen. Alles in allem doch ein recht beachtlicher Wirtschaftsfaktor.

Jetzt stöhnt gerade dieser Sektor besonders unter der Coronakrise und verweist dabei auch auf diese wirtschaftliche Relevanz. 

Schlechte Zeiten, im Extremfall Krisenzeiten egal welcher Art, bringen aber immer die gleichen Verhaltensweisen hervor. 
Man konzentriert auf das Wesentliche. Man kümmert sich um die wichtigen und notwendigen Dinge im Leben. Das Wort "notwendig" erklärt sich ja selbst. 

Mir fällt an dieser Stelle auch die Maslowsche Bedürfnispyramide ein.  An deren Spitze steht die Selbstverwirklichung unterbaut von Individualbedürfnissen. Diese obersten Schichten leiden also als erste, wenn es irgendwie zu Engpässen kommt.  
Nun hat aber Österreich einen sehr hohen Anteil seiner Wirtschaft gerade in dieser Spitze der Pyramide angesiedelt. Den genau dort gehört der Tourismus und Kulturbetrieb in all seinen Ausprägungen hin. Daneben gehören auch Faktoren wie der Profisport dazu, der aber kein speziell österreichisches Thema ist. 

Für mich stellt sich nun die Frage, wie sinnhaft es ist, einen derart hohen Anteil der Wirtschaft in diesem krisenanfälligen Bereichen zu haben.  Es ist natürlich verlockend, unsere Naturschönheiten zu verwirtschaften. Das herrliche Gipfelpanorama kostet ja erstmal nichts. Um so besser wenn Gäste dafür bezahlen.  So einfach ist es inzwischen natürlich nicht mehr. Es werden inzwischen horrende Summen in dieses "Gipfelpanorama" investiert um es noch mehr Gästen über einen noch längeren Zeitraum zu immer höheren Preisen verkaufen zu können.  ( Mit diesem Gipfelpanoram sind auch die Wörtherseen, Hallstatts, Schönbrunns etc. gemeint.)
Dabei besteht die Gefahr für diesen Wirtschaftszweig nicht nur in Krisen wie der aktuellen, sondern auch in einer selbst mitverursachten, nämlich den Veränderungen, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden und das "Gipfelpanorama" in immer höherem Ausmaß bedrohen. 

Haben wir unsere Firma Österreich nicht zum Teil auf Sand gebaut?  Sollten wir nicht auf solidere Fundamente setzen. Die aktuelle Krise zeigt gerade zahlreiche Möglichkeiten dazu auf und die drohende Klimakrise stellt genug Anforderungen wo sich die Wirtschaft einbringen kann.  Ich will den Tourismus und Kulturbetrieb nicht abgedreht  wissen, aber er sollte in einem sinnvollen Maß stattfinden. 
Natürlich gönnt man sich gerne das eingangs angesprochene Gläschen Sekt oder die Praline, aber erst sollte genug Brot da sein um den Hunger zu stillen. 
Wer aber nur Sekt und Pralinen im Angebot hat, darf sich nicht wundern, wenn er kein Geschäft macht, solange die Leute mit dem Brot beschäftigt sind.

 

 

 

 

 

 

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