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Paketdienste - Verschaukeln mit System

Erich Kapfenberger (erich) on 06.03.2020

Ich nenne hier keinen konkreten Dienst, denn es gilt wohl für fast jeden dieser Branche mit drei Buchstaben als Fimenkurzname und vielen von uns ist wohl das gleiche schon widerfahren.  Eine Sendung wird erwartet, aber es findet sich nur eine Nachricht im Postkasten oder oft nicht einmal das.

Beim ersten deratigen Vorfall dachte ich noch an Zufall bzw. einen "Ausreißer", ein "schwarzes Schaf".  Nachdem mir derartiges nun schon mehrmals passierte, gehe ich inzwischen von einer gängen Masche mit System aus.
Ich erwartete wieder einmal ein Paket, es wurde via email angekündigt und ich war an dem Tag auch zuhause.  Am Vormittag erreichte mich eine email vom Absender mit der Information über einen erfolglosen Zustellversuch - Details würde ich beim Paketdienst erfahren. Ein Link verwies zu diesem Dienst.  Mittels der Trackingnummer konnte ich online erfahren dass das Paket um 8 Uhr morgens versucht wurde zuzustellen, leider aber erfolglos und so werde das Paket im Shop "XY" hinterlegt. Dort könne ich es abholen. 
Ich wohne in einer ruhigen Sackgasse und hätte es wohl auch so bemerkt, wenn der Lieferwagen da gewesen wäre. Es war auch keine Nachricht im Postkasten. Der Zusteller war gar nicht vor Ort und hat nicht einmal eine Zustellung versucht.

Ich vermute, dass viele sich zwar innerlich ärgen, womöglich sogar die Schuld bei sich selbst suchen (Klingel nicht gehört etc.) und das Paket dann eben selbst irgendwo abholen. 
Nachdem ich nun nicht mehr an einen Zufall glaubte, holte ich das Paket nicht ab, sondern kontaktierte den Kundenservice des Paketdienstes.  Es brauchte dann schon einige Geduld und Hartnäckigkeit, bis ich eine Person aus Fleisch und Blut am anderen Ende der Telefonleitung hatte.  Nach Mitteilung all meiner Daten erhielt ich dann die völlig unerwartete Neuigkeit, dass mein Paket im Shop "XY" abzuholen wäre.  Das war also das, was ich ohnehin schon wußte. Es veränderten sich demnach zwei Dinge. Mein Puls und meine Stimmlage.  Ich machte sehr deutlich, dass es nicht mein Verschulden war, dass das Paket nicht zugestellt wurde, sondern auf andere Gründe zurückzuführen war. Ich bestand daher darauf, dass die Leistung, die ich über die Versandkosten bezahlt habe, auch erbracht wird.  Nun wurde mir angboten, dass das Paket nochmals zugestellt wird, das aber zwei bis drei Werktage dauern könne. Ich unterstelle hier mal, dass man mich mit dieser Verzögerung dazu bewegen wollte, das Paket doch selbst abzuholen. 
Ich bekräftigte allerdings meine Forderung und merkte auch an, dass jederzeit jemand vor Ort ist, das Paket in Empfang zu nehmen. 

Kaum eine Stunde später klingelte der Paketbote! 

Mir ist schon klar, dass die kleinen Zusteller, ob als Angestellte oder Pseudoselbständige gehörig unter Druck stehen. Dass dann zu solchen Methoden gegriffen wird ist beinahe verständlich. Andererseits sind die verrechneten Versandkosten ohnehin nicht gerade zimperlich.  Den Zusteller ausquetschen und dem Kunden auch noch die bezahlte Dienstleistung vorenthalten kann nicht geduldet werden.  Der Speditionsbranche gehört da genau auf die Finger geschaut, und diese Geschäftspraktiken abgestellt.
Ein erster Schritt wäre, wenn wir Konsumenten uns wehren und eine Zustellung einfordern, anstatt dem Treiben nachzugeben.
Das würde auf längere Sicht auch den Druck von dem armen Schlucker im Kleinlaster nehmen.

 


 

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