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Spare in der Zeit, so hast Du in der Not

Erich Kapfenberger (erich) on 30.03.2020

Wer erinnert sich noch an diesen Spruch. "Spare in der Zeit, so hast Du in der Not" sagte meine Großmutter immer zu mir, als ich ein kleiner Junge war. Sie sagte das theatralisch, wenn sie vor meinen Augen eine Münze in mein Sparschwein steckte.  Dieser Gedanke eines "Notgroschens" wie man damals sagte, hat mich mein Leben lang begleitet.

Geprägt war dieses Verständnis von der Kriegs- und Nachkriegsgeneration.  Die hatten echte Notlagen noch am eigenen Leib erlebt. Heute scheint dieses Gefühl für tatsächliche Notsituationen nicht mehr vorhanden zu sein.  Falsch motivierte Hamsterkäufe zeigen das eindrucksvoll auf.  
Zurück aber zum Thema der Notfallreserve. Ich frage mich, wie viele Leute sich heutzutage so einen Puffer schaffen, mit dem sie zwei bis drei Monate finanziell überleben können.  Gleichzeitig frage ich mich aber auch wie viele es nicht tun, weil es dazu nicht reicht, bzw. weil sie es nicht ernsthaft wollen oder keine Notwendigkeit dafür erkennen.  

Die gleiche Situation gibt es, naheliegend, auch im geschäflichen Bereich. Egal ob es sich um ein Einpersonenunternehmen oder einen Großkonzern handelt. Da gibt es lediglich andere Begriffe dafür. Da geht es um Liquidität und Rücklagen.  Gerade die Rücklagen scheinen nach heutigen Maßstäben ein ungeliebtes Kind zu sein.  Bei kleineren Unternehmen, wird das "überschüssige" Geld so weit es geht vom Inhaber aus der Firma gezogen.  Bei großen Betrieben sehen die Aktionäre solche Finanzpolster auch nicht gerne. Dort wird gefordert, diese Gelder doch profitabel einzusetzten oder als Dividende auszuschütten.  

Allen gemein ist, dass sie die Verantwortung für den Notfall dem Staat überlassen.  Der Staat soll Arbeitlosengeld, Notstandshilfe usw. bezahlen. Der Staat soll Firmen mit Zuschüssen, Kreditgarantien, Steuerstundungen und -erlässen helfen. 

Der Staat soll dafür sorgen, dass die Infrastruktur von der Energieversorgung bis zum Gesundheitswesen funktioniert. DerStaat soll....

Ja, es ist schon richtig, dass der Staat (unser Gesellschaftssystem) Verantwortung übernehmen soll und das auch tut.  Das bedeutet aber nicht, dass sich der Einzelne, ob privat oder betrieblich, aus seiner Eigenverantwortung stehlen kann, denn der Staat kann nur so viel leisten, wie wir ihm zugestehen. 
Wenn wir uns über die Steuerlast beschweren, wenn wir "schwarz" arbeiten, wenn Firmen mit Steuer- und Abgaben-Schulden an die Wand gefahren werden, wenn sich der Staat nicht dort die Mittel holen soll, wo sie vorhanden sind, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Leistungen des Staates nicht unseren Vorstellungen entsprechen.

Die Konsumsucht auf der privaten und Profitgier auf der geschäftlichen Seite hat dazu geführt, das unser ganzes Wirtschaftsystem bis auf das Äußerste ausgereizt ist.  Da bleibt kein Spielraum für "Zwischenfälle". 
Ich will hier nicht nur die Betriebe ankreiden. Wenn beispielsweise Privatpersonen Kredite aufnehmen, um sich eine teure Reise leisten zu können, stellt sich schon die Frage nach dem Verantwortungsbewußtsein sich selbst und der Gesellschaft gegenüber.  

Hätten alle das Verantwortungsgefühl, nicht über ihre Verhältnisse zu leben bzw. zu wirtschaften, sollte es möglich sein, eine Krise, wie wir sie derzeit vorfinden, doch ein paar Monate auszuhalten und weitgehend unbeschadet zu überstehen.  So aber fliegen viele, die am letzten Zacken durch die Businesskurve düsen, bei der erstbesten Schwierigkeit von der Strecke. 

Eines möchte ich aber nicht vergessen zu erwähnen.  Den einen oder anderen Außenseiter am unteren Rande der Gesellschaft wird es wohl immer geben.  Es ist selbstverständlich die Pflicht der Gesellschaft und jedes Einzelnen diese Leute mitzunehmen.  
Wenn aber ein florierender Betrieb nach einer Woche "Shutdown" jammert, dass er pleite ist, dann ist was faul im Staate. 

 

 

 

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