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75 Jahre danach - was geht mich Auschwitz an ?

Erich Kapfenberger (erich) on 27.01.2020

Immer wieder hört man "Das betrifft mich nicht! - Das geht mich nichts an! - Da war ich noch gar nicht auf der Welt! - Das waren die Generationen vor mir!"  und ähnliche Argumente, wenn es gilt, sich dem Themenbereich Holocaust, Nationalsozialismus, Judenverfolgung zu stellen.

Ich gestehe, in jungen Jahren diese Argumentation durchaus naheliegend gefunden zu haben.  All zu geschönt und einseitig waren die Schilderungen der Großeltern. Sie erzählten allenfalls vom eigenen Leid und dass sie durch Hitler wenigsten Arbeit hatten. Das schlimmste an Kriegsverbrechen, das zur Sprache kam, war der Missbrauch der Frauen durch Soldaten.   Die Gräueltaten an den Juden wurden verschwiegen. 

Im Geschichtsunterricht kam diese Zeit bestenfalls mit Beginn- und Endedatum vor. Zu jung waren die Ereignisse, um in der Schule mit gebotener Distanz vermittelt zu werden.

Erst später, durch Literatur und ORF-Sendungen wie Österreich I u. II und andere, gewann ich langsam einen Eindruck davon, was damals alles tatsächlich geschah.   Noch etwas länger dauerte es, die schleichende Entwicklung, die Systematik und Zusammenhänge all der Geschehnisse zu begreifen.

Das war der Moment, an dem mir klar wurde, das es mich diese Vergangenheit doch etwas angeht. Es geht nicht darum, sich schuldig für diese Verbrechen zu fühlen, aber wir sind es der aktuellen und künftigen Generationen schuldig, ihnen die Erkenntnisse und Konsequenzen weiter zu geben. Wir brauchen die Sensibilität dafür, es zu erkennen, wenn Dinge geschehen, die diesen dunkelsten Vorgängen unserer jüngeren Vergangenheit entsprechen.

Leider können wir nicht behaupten, dass so etwas nie wieder geschehen kann.  Vielerorts gibt es Versuche des Machtmissbrauchs, die zu sehr diesen Mustern folgen, um uns sorglos sein zu lassen.  Es müssen nicht unbedingt die Juden sein, gegen die sich diese tödliche Maschinerie wendet, es kann jede andere Gruppe oder Minderheit genauso treffen.  Jeder von uns gehört in einer bestimmten Weise zu einer Minderheit. 
Darum ist es 75 Jahre nach der Befreiung der KZ´s  wichtiger und aktueller den je, diese Sensibilität zu schärfen.

 

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