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Wer zahlt, schafft an - oder doch nicht?

Erich Kapfenberger (erich) on 02.02.2020

Die so gut wie jedem Österreicher geläufige Redensart "Wer zahlt, schafft an."  trifft doch meist zu. Ja, meistens, aber nicht immer. Wo sie nicht mehr so richtig zu trifft, ist die neue österreichische Gesundheitskasse.

Was wurde die Reform des österreichischen Krankenkassensystems nicht hochgelobt.  Selbst der einfältigste Bürger muss doch begreifen, das eine Kasse für ganz Österreich doch viel besser ist, als neun einzelne Bundesländerkassen.  Was man da alles einsparen kann.  Das leuchtet doch jedem ein!  Viel weniger Verwaltungsaufwand etc.  Wie viele Chefärzte (und deren Mitarbeiter) kann man denn durch die Zusammenlegung einsparen, ohne dass es die Patienten trifft?  Sollen die Patienten doch länger auf die Bewilligung ihrer benötigten Medikamente und Heilbehelfe warten!  
Hoppla!  War dieses Mantra der Einsparung nicht vielleicht doch nur eine Blendgranate, die vom eigentlichen Zweck der  Reform ablenken sollte? 
Nämlich die Entscheidungsgewalt zu verlagern.
Das haben Sie nicht gewusst? Natürlich nicht, ist ja auch nicht groß verkündet worden. 

Bisher bestimmten die Vertreter derer, die brav ihre Krankenkassenbeiträge entrichten, weitgehend über den Einsatz dieser Mittel. Das erscheint auch logisch und richtig.  Nun hat sich diese Situation gravierend geändert.  Die Vertreter der Arbeitnehmer und damit Beitragszahler, haben in der neuen Struktur keine Mehrheit mehr und können daher nicht mehr alleine entscheiden.  Anders ´rum gesagt - ohne die Vertreter der Arbeitgeber, die so gut wie nichts beitragen, geht nichts mehr. 

Die ersten Auswirkungen dieser geänderten Verhältnisse werden bald zu spüren sein.   Jeder Arbeitnehmer überlegt sich heute ohnehin gut ob er einen Krankenstand in Anspruch nimmt, weil ihm womöglich Nachteile im Job daraus erwachsen.  Nun machen die Arbeitgebervertreter auch noch Druck, die Patienten zu bespitzeln, um ungerechtfertigte Krankenstände in den Griff zu bekommen. 
Ich bin gespannt wann es zu weiteren Einschnitten wie z.B. Leistungskürzungen oder neuen Selbstbehalten (die Rezeptgebühr ist übrigens ohnehin ein Selbstbehalt) kommen wird.  
Die Entscheidungsgewalt muss wieder zurück in die Hände derer, die die Beiträge bezahlen!

 

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